Leitbild
Veröffentlichungen
 
Förderverein
AllgemeinesΙ Hospiz Ι  Pflegeheim  Ι  Haus der Begegnung  Ι Spirituelle Angebote  Ι  Spenden  Ι Aktuelles  Ι Gästebuch      


Leitbild

Ziel und Auftrag

Im Haus Maria Frieden werden schwer und unheilbar Kranke, vorrangig Menschen mit HIV / AIDS und mit Tumorerkrankungen aufgenommen. Das Haus soll auch Zufluchtsort sein für ausgegrenzte und diskriminierte Menschen.
Die Einrichtung hat drei Bereiche:

Hospiz
Sterbenden soll im Hospiz unter fürsorglicher Betreuung ein individuelles Leben bis zuletzt ermöglicht werden. Leitlinien für diese Betreuung sind die Grundsätze der modernen Hospizbewegung und die Palliativ-Care-Prinzipien. Wir wollen das Sterben als bedeutsamen Lebensabschnitt eines Menschen verstehen und respektieren. Durch einen achtsamen Umgang mit dem Toten, der Aufbahrung und mit Trauerfeiern wollen wir zum Entstehen einer neuen Sterbekultur in unserem Umfeld beitragen.
Angehörige und Hinterbliebene in ihrer seelischen Not wollen wir gleichermaßen in unsere Fürsorge einbeziehen.


Pflegeheim
Wir wollen im Haus Maria Frieden eine selbst bestimmte, partnerschaftliche und bedarfsorientierte Pflege und Betreuung im Sinne der Hospizprinzipien sicherstellen. Im Pflegeheimbereich soll dies gerade für AIDS-Kranke auch über lange Zeiträume möglich sein.

Seminar- und Begegnungshaus
Im Seminar- und Begegnungshaus wollen wir im Rahmen von Kursen, geistlichen Tagen und Seminaren unsere Erfahrungen weitergeben und austauschen. Für Interessierte und Gruppen steht das Haus auch als Beleghaus zur Verfügung. Chancen und Möglichkeiten der Begegnung zwischen Besuchern/Seminarteilnehmern und den kranken Menschen im Haus sollen genutzt werden, um die Auseinandersetzung mit wichtigen Fragen unseres Menschseins zu fördern.
Das Haus soll in diesem Sinne auch ein Ort der Besinnung und Kontemplation sein.
Die drei Bereiche des Hauses sollen ineinander greifen, sich ergänzen und gegenseitig inspirieren.
Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch im Sinne der Menschenrechte und der Grundgedanken einer christlichen Ethik eine Menschenwürde hat. Wir wollen uns bemühen, diese Menschenwürde uneingeschränkt zu respektieren und zu schützen, auch über den letzten Atemzug hinaus.
Wir verstehen das Sterben als bedeutsamen Abschnitt im Leben eines Menschen. Im Sinne des modernen Hospizgedankens wollen wir die Individualität und die Selbstbestimmung der Kranken wahren und hüten bis zuletzt, wollen den kranken Menschen freundschaftlich und in familiärer Haltung begegnen und achtsam mit dem Sterben und dem Tod umgehen.
Der Tod hat für uns nicht das letzte Wort. Wir vertrauen darauf, dass wir aufgehoben sind in Gott und das Hospiz auch Herberge sein kann für Menschen auf der Reise in eine andere Welt.

Franziskanische Trägerschaft
Durch die Trägerschaft der Franziskanerinnen von Gengenbach, durch den Konvent und die Schwestern im Hause ist die lebendige spirituelle Tradition der Franziskanerinnen gegenwärtig. Wir können die Arbeit in unserer Einrichtung auch als einen modernen franziskanischen Impuls in der heutigen Welt verstehen. Zu dieser Haltung gehört aber auch unsere feste Überzeugung, dass wir mit allen religiösen Fragen freilassend und tolerant umgehen wollen.
Darum wollen wir uns bemühen, Dogmatik und Einengungen fernzuhalten und keine Bekenntnisse von Menschen zu fordern, die sie nicht aus freien Stücken gegeben haben. Wir wollen allen mit Respekt vor ihrer Überzeugung und Geisteshaltung begegnen, auch Menschen anderer Konfessionen, Weltreligionen oder solchen mit einer areligiösen Einstellung.

Mitmenschlichkeit und Umgang miteinander
Im Haus Maria Frieden soll jeder bedürftige Mensch im o.g. Sinne Aufnahme finden, unabhängig von seiner ethnischen Herkunft, seiner religiösen Überzeugung, seiner sexuellen Orientierung oder seiner sozialen Situation und Herkunft.
Jeder ist willkommen, so wie er ist. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem sich alle Menschen mit Respekt und Wertschätzung für ihre Lebenswelten und ihren Lebensweg begegnen können.
Die spirituelle Begleitung der Kranken ist Auftrag aller. Darüber hinaus ist es für uns selbstverständlich, dass wir uns auf Wunsch bemühen, Seelsorger aller Konfessionen und Religionsgemeinschaften zu vermitteln. Die Seelsorge sollte immer freilassend sein und die Freiheit und Selbstbestimmung gerade der schon sehr schwachen und beeinträchtigten Menschen respektieren.
Sterbende Menschen sollen gut begleitet werden, damit ein behütetes Leben bis zuletzt in familiärer Geborgenheit möglich wird. Wir wollen Weggefährte sein auf einem entscheidenden Abschnitt des Lebensweges – Begleitung und Beistand geben in der schwersten Lebenskrise. Die Selbstständigkeit der Menschen wollen wir solange wie möglich fördern und wieder Genesende unterstützen bei der Gewinnung einer neuen Lebensperspektive. Freundschaftliche und persönliche Kontakte über die Entlassung hinaus wollen wir pflegen und bei Bedarf eine Wiederaufnahme ermöglichen.
Der Respekt vor der Einzigartigkeit und der Menschenwürde des Mitmenschen soll sich auch im Umgang und der Begegnung der Mitarbeiter/innen im Haus untereinander zeigen. Wir wollen gemeinschaftlich arbeiten, mit einem Blick und mit der Wertschätzung für die Arbeit des / der Andern, mit einem offenen und transparenten Kommunikationsstil und einem partnerschaftlichen Leitungs- / Führungsstil.
Im Bewusstsein unserer vielen Unzulänglichkeiten wollen wir uns bemühen, nach den o.g. Grundsätzen zu arbeiten. Wir verstehen das Team des Hauses als einen sozialen Organismus, der miteinander wächst und auch Krisen durchlebt. Aber wir hoffen darauf, dass aus dem gemeinsamen Bemühen ein Geist des Hauses wächst, der dann für die kranken Menschen, die wir betreuen und für Besucher und Seminarteilnehmer spürbar und wahrnehmbar wird.