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Veröffentlichungen und Presse

 

Franziskanerinnen und AIDS ?!
(von Sr.M.Angelika Alt, Haus Maria Frieden)

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1990 wurde das erste AIDS-Hospiz in Deutschland (inzwischen auch Hospiz für Menschen mit Krebs) von den Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu in Oberharmersbach / Schwarzwald gegründet.
Mit AIDS verbindet man oft Drogen, Homosexualität und Prostitution. AIDS-Kranke und Ordensschwestern – zwei Welten treffen aufeinander, oder? Wie kommt die Welt des Klosters mit der Welt der Szene zurecht und wie umgekehrt?
Menschen, die Drogen nehmen oder sich prostituiert haben, waren in ihrem Leben oft benachteiligt und tragen tiefe Verletzungen mit sich. Homosexuell orientierte Menschen haben in der Regel viel Unverständnis ertragen müssen. Viele fliehen in größere, anonyme Städte, um ihre Homosexualität überhaupt leben zu können.
Auch wir haben unsere Lebensgeschichte, die zwar sicher nicht so dramatisch verlaufen ist, aber ebenso Risse und Verwundungen beinhaltet. Eine Begegnung von Mensch zu Mensch, sozusagen auf Augenhöhe, kann viele Wunden heilen. Dabei spielen Kategorien wie „Ordensschwester“ oder „gestrandeter Mensch“, „Christ“ oder „Nicht-Christ“ keine Rolle.
Bedeutung hat die achtsame Begegnung, miteinander leben, gemeinsames Lachen und Trauern.

Christ-Sein, Ordensschwester-Sein, ja Mensch-Sein, bedeutet für uns Franziskanerinnen zu versuchen, den Anderen in seiner Würde und Größe wahrzunehmen. Ihn auch als eine Bereicherung für das eigene Leben zu verstehen. Das verbindet auf eine ganz tiefe Weise – unabhängig von äußeren Unterschieden. Einander Bruder und Schwester sein, das ist unser Wunsch und Bemühen. Und wenn wir auf diese Weise miteinander im Haus leben, dann spüren wir Ordensfrauen, dass auch wir von unseren Bewohnern so angenommen sind, wie wir sind – als Mensch mit eigener Lebensgeschichte.

Glauben Sie mir - das ist ein Geschenk!

Eine Kolumne der Deutschen Ordensobern Konferenz- www.orden.de